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Die Glasbaufenster von Maria Namen
von Carl Unger (1915-1995)


"Das Himmlische Jerusalem"
, 1977-78, 9 x 2,3 m (Altarraum, links)

Das Glasfenster wurde gemäß der Vision des Heiligen Johannes gestaltet: „Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.“ (Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, Vers 1 und 2). Das Neue Jerusalem erscheint strahlend und siegriech und ist in prachtvollen Farben gestaltet. Gelb und Orange künden vom Göttlichen, das Blau und Grau hingegen verweisen auf das Irdische. Die kreisförmigen Teile im oberen Teil erscheinen wie das Augenpaar der göttlichen Erscheinung. Die Gestalt kann aber auch als die himmlische Braut angesehen werden, die sich festlich geschmückt hat. Das drückte Carl Unger etwa mit den blütenartigen Formen im dritten Feld von oben aus, die von besonders leuchtenden Farben bestimmt werden. Er selbst sprach von einem „Edelsteinwirbel“, der die Glaswand geradezu zum Leuchten bringt. Im fünften Feld von oben ist einen kleine Fläche erkennbar, die aus grünem Glas besteht, das für die Hoffnung steht. Carl Unger sah hier die Hoffnung als Folge der Begegnung zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen.



"Wiens Befreiung von den Türken 1683", 1985-86, 2,6 x 5,37 m (Marienkapelle)

Dieses Fenster ist dem Patrozinium der Kirche gewidmet. Das Fest Maria Namen, das am 12. September gefeiert wird, gedenkt des Endes der Belagerung Wiens im September 1683.  In der Mitte ist Maria im blauen Mantel zu erkennen, sie hält das Jesuskind im Arm. Ganz links sieht man die spitze Pyramide des Stephansturmes und das Blau soll die Donau andeuten. Die roten Farbsplitter im linken Bereich sind Symbole für die Kreuze, Symbole für die Christen, die die Stadt verteidigten. Diesen Kreuzen stehen auf der rechten Seite die roten Halbmonde gegenüber, begleitet von einem Grün, das auf die grüne Fahne des Propheten Mohammed hinweist. Im äußersten rechten Feld des Fensters herrschen graue Farbtöne vor, die die kalte Architektur unserer modernen Zeit zum Ausdruck bringen sollen.


"Die Stadt, die auf dem Berg liegt", 1987-88, 2,58 x 4,32 m (Taufkapelle)


Dieses Fenster hat die Bibelstelle „Die Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben!“ (Matthäus, Kapitel 5, Vers 14) zum Inhalt. Carl Unger verlegt die Stadt an das Ufer eines Sees. Die Stadt selber ist nur im zweiten Feld von rechts am oberen Rand als grau-blaue Fläche sichtbar. Die übrige Fläche ruft das Farbenspiel der Sonne in den windbewegten Wellen eines Sees in Erinnerung. Es dominiert eine abwechslungsreiche, fließende Horizontalgliederung, die durch graphisch gestaltete Betonfugen zum Ausdruck kommt, als Abstraktion des vorhin angedeuteten Jordanflusses.

Ein wichtiges Gestaltungsmittel sind die Betonstege, die die einzelnen Glasflächen einfassen und in unterschiedlicher Stärke an- und abschwellen. Vor allem im Fenster der Taufkapelle kommt dieses zusätzliche Element besonders stark zum Tragen. Bei aller Leuchtkraft der Farben erzeugen die Betonfugen ein zusammenhängendes, grafisches Gitter, eine lebendige Zeichnung, die den strahlenden Glasflächen wirkungsvoll und kontrastreich gegenüber steht.


"Die Erlösung durch den Kreuzetod Christi", 1989-93, 2,73 x 1,92 m (letze Kirchenbank, links)

Deutlicher als bei den anderen Fenstern lassen sich in dieser Darstellung figurale Motive erkennen, etwa rechts der Gekreuzigte, der vom Kreuz genommen wird, am Boden die Dornenkrone, links die Gestalt der Assistenzfigur, vielleicht eines Soldaten. Das kräftige Rot deutet auf das Blut des Kreuzesopfers hin, das Violett verweist auf die räumliche Nähe des Fensters zu den Beichtstühlen. Die Reihung der Glassteine dieses Fensters folgt einer merkwürdig labilen Schräglage, die Motive scheinen zur Seite hin abzufallen, aus dem Zentrum zu kippen und sich in Schwerelosigkeit zu verflüchtigen.

(aus: Franz Smola: Karl Unger (1915-1995), Variationen, Wien 2006, S. 20 ff.)

 

Mehr Infos über Carl Unger: www.carl.unger.at




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